Projektreferenz von Venios Energy Solution (VES) bei Stedin (NL)

Die Zunahme an einzelnen PV-Anlagen und deren Einspeisung in das Niederspannungsnetz sowie Ladesäulen für Elektroautos belasten das niederländische Stromnetz und es kommt in erster Linie zu Kapazitätsproblemen. Der Netzbetreiber Stedin in Rotterdam hat diese Problematik früh erkannt und setzt mit dem Einsatz von Venios Energy Solution (VES) auf ein aktives Netzmanagement.

Herausforderung von Stedin

Die Zunahme an einzelnen PV-Anlagen und deren Einspeisung in das Niederspannungsnetz belastet das niederländische Stromnetz und es kommt in erster Linie zu Kapazitätsproblemen. Dazu kommen Elektroautos und Ladesäulen, welche in städtischen Gebieten einen immer stärken Einzug erlangen und zusätzlich die Leitungskapazität im Stromnetz an seine Grenzen bringt. Stedin in Rotterdam haben diese Problematik in ihrem Netzbereich früh und setzt auf ein aktives Netzmanagement.

Universal Smart Energy Framework (USEF)

Im Universal Smart Energy Framework (USEF) werden die Rollen der Akteure und ihre vertraglichen Vereinbarungen festgelegt und definiert. Es dient als Standard, auf dem „Smart Energy“ Produkte und Services aufbauen können. Damit wird der rechtliche Rahmen für ein erfolgreiches integriertes „Smart Grid“ geschaffen. USEF wurde von der USEF-Stiftung, einer NonProfit Organisation bestehend aus sieben Unternehmen, welche im „Smart Energy“-Umfeld tätig sind. Die sieben Unternehmen sind ABB, Alliander, DNV GL, Essent, IBM, ICT Automation und Stedin.

Lösungsbeschreibung und die Rolle von Venios

Mit Hilfe von USEF sollen Flexibilitäten geschaffen werden, um aufkommende Problemzonen im Niederspannungsnetz zu beheben. Venios Energy Solution (VES) ist hierbei ein zentraler Baustein, um diese Flexibilitäten zu identifizieren und verfügbar zu machen. Dabei dient VES einerseits zur Momentanschätzung und von Lasten und Erzeugern, welche zusätzlich mit Messdaten kombiniert werden. Für die Netzzustandsberechnung wird auf die vorhandenen Messpunkte zugegriffen, so dass mit kostenminimalen Ressourceneinsatz ein größerer Netzbereich effizient überwacht und gesteuert werden kann. VES prognostiziert weiterhin die Last- und Erzeugungssituation und ermöglicht die Nutzung von Flexibilitäten, indem Erzeuger situativ hinzu- oder abgeschaltet werden. VES ermöglicht es im weiteren Projektverlauf neue Messhardware, Batteriespeicher oder regelbare Ortsnetzstationen in das System miteinzubinden und zu managen.

Projektdurchführung

Stedin hat VES bereits in einigen Netzbereichen im Einsatz. Aufgrund des modularen Aufbaus von VES lässt sich eine Ausweitung auf weitere Netzbereiche problemlos durchführen. Dabei wird das bisherige System um weitere Messdaten und Netzinformationen erweitert. Zudem werden Verbrauchsprognoseinformationen über USEF-Schnittstellen empfangen und importiert, sowie um weitere Prognoseinformationen angereichert. Diese Informationen dienen als Input für die Netzsicherheitsanalyse. Nach der erfolgreichen Netzsicherheitsanalyse werden von VES entsprechende Flexibilitätsinformationen generiert und an die Erzeugungseinheiten im USEFFramework gesendet. Im Rahmen des Projektes wird das Gesamtsystem evaluiert und gemäß den Anforderungen optimiert. In diesem Projekt sind die Orte Gorinchem, Utrecht und Delft im Fokus. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Datenschutz und der Datensicherheit. Die Übermittlung und Austausch von Informationen erfolgt über verschlüsselte Informationskanäle. Der gesicherte Datenzugriff wird durch ein etabliertes Datensicherheitssystem gewährleistet.

Erwartete Ergebnisse

Durch die gezielte Steuerung und Generierung von Flexibilitäten im Verbrauch und in der Erzeugung lassen sich Problempunkte im Verteilnetz vermeiden. Zudem werden die einzelnen Akteure direkt in das Gesamtsystem miteingebunden und aktiv beteiligt, um die Flexibilitäten zu schaffen. Damit lassen sich Elektrofahrzeuge und Ladesäulen, sowie Batteriespeicher in Zukunft problemlos in das bisherige Verteilnetz einbinden.