Startup der Woche 20

Hochlokale Umweltdaten für lebenswertere Gebäude und Städte.

Breeze Technologies ist das Startup der Woche 20: Hochlokale Umweltdaten für lebenswertere Gebäude und Städte.

Deutschland hat bereits im März 2018 sein im Pariser Klimaabkommen festgelegtes CO2-Budget verbraucht. Trotzdem wird die Luft jeden Tag mehr verschmutzt, sei es durch Motoren, industrielle Anlagen oder Kraftwerke. Spätestens nach dem Diesel-Skandal stellt sich Vielen also die Frage: Wie steht es wirklich um die Luft, die ich jeden Tag einatme? Unser Startup der Woche, Breeze Technologies geht dieser Frage mit Luftsensoren im Miniaturformat auf den Grund. Wie die Sensoren funktionieren und die Daten zum Schutz unserer Luft beitragen können, erklärt uns Co-Founder Robert Heineck im Interview.

Hey Robert, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Wir beginnen auch direkt mit einem kleinen Startup-Pitch. Wie würdest du Breeze in einem Satz vorstellen?
Breeze Technologies liefert flächendeckende Luftqualitäts- und Klimadaten, generiert daraus Handlungsempfehlungen und hilft damit Städten und Unternehmen eine lebenswertere Umwelt zu schaffen.
Das klingt gerade nach den zahlreichen Berichten über überschrittene Grenzwerte und Erkrankungen durch Feinstaub nach einer sehr vielversprechenden Idee. Könntest du noch etwas detaillierter auf die Technologie eingehen, die dahinter steckt?
Gerne! Wir entwickeln kleine und kostengünstige Luftqualitätssensoren, die alle gängigen Luftschadstoffe in Echtzeit erfassen, und sammeln die so gewonnenen Daten in einer zentralen Cloud. Daneben integrieren wir aber auch andere Datenquellen, zum Beispiel Satellitendaten, um ein möglichst genaues Abbild der Luftqualität in unseren Städten zu erzielen. Eine von uns entwickelte künstliche Intelligenz wertet diese Daten in Echtzeit aus und liefert optimale Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der lokalen Luftqualität. Diese speisen sich aus einem Katalog von über 3.500 Einzelmaßnahmen und reichen von photokatalytischem Asphalt im Straßenbau bis zur Verkehrssteuerung auf der Basis von Luftqualitätsdaten, wie sie zum Beispiel in der Stadt Köln als Pförtnerampeln erprobt wird. Die Wirkung der implementierten Maßnahmen misst unser System wiederum und kann hierdurch in der Zukunft noch bessere Empfehlungen abgeben. Eine ähnliche Dienstleistung erbringen wir auch für Gebäudemanager, denen wir bei der Messung und Optimierung der Luftqualität in Büroumgebungen helfen. Unser System kann also sowohl drinnen als auch draußen eingesetzt werden.
Unternehmensvideo

Breeze Technologies - Erklärfilm

Es gibt ja schon einige Unternehmen, die Sensoren zur Messung der Luftqualität anbieten. Wie schafft ihr es denn, euch langfristig von dieser Konkurrenz abzuheben?
Das schaffen wir vor allem, indem wir unseren Kunden Handlungsempfehlungen auf Basis der generierten Daten geben. In diesem Kontext legen wir in der Produktentwicklung sehr großen Wert auf Datengenauigkeit und -zuverlässigkeit. Denn nur auf der Basis von belastbaren Daten können auch sinnvolle Entscheidungsvorlagen generiert werden. Unsere Handlungsempfehlungen kommen aus einem Katalog von über 3.500 Einzelmaßnahmen, der in dieser Form weltweit einzigartig ist. Das System ist dabei selbstlernend – mit jedem durchgeführten Projekt können wir noch bessere Vorhersagen über die Wirksamkeit der jeweiligen Maßnahmen machen.
Verstehe! Und wie fasst ihr diese Leistungen zu einem Geschäftsmodell zusammen?
Wir vermieten unsere Sensoren an Unternehmen und Städte und nehmen hierfür eine jährlich anfallende Miet- und Wartungsgebühr. Zu den von uns empfohlenen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität werden Dienstleister und Hersteller als Partner gewonnen, die ein Vermittlungsgebühr für über uns erzielte Umsätze zahlen.
An wen richtet ihr euch dabei speziell?
Wir adressieren vor allem HSE- und Facility-Manager in größeren Unternehmen und die kommunale Verwaltung.
2017 habt ihr ja bereits den hamburger Gründerpreis gewonnen, wie seid ihr denn seitdem gerade im Hinblick auf die weitere Entwickung eures Unternehmens aufgestellt?
Mit renommierten Pilotkunden wie der Deutschen Telekom und Smart City-Projekten in Hamburg und Berlin konnten wir bereits viele Erfolge für uns verbuchen. Über eine Bürgerplattform stellen wir einen Teil der gesammelten Daten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Unser Unternehmen wurde außerdem in zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben als eines der vielversprechendsten europäischen Startups ausgezeichnet. Hierzu gehören zum Beispiel der Hamburger Gründerpreis, den du ja gerade schon genannt hast, die EU Top 50, eine Auszeichnung durch den Bundespräsidenten und die Aufnahme in die Forbes 30 Under 30-Liste für Sozialunternehmer.

Danke für das spannende Interview, Robert! Wir wünschen euch auch weiterhin viel Erfolg mit Breeze und eurer Vision, der Umweltverschmutzung gemeinsam entgegenzuwirken! Wie ihr auch als Energieloft-Call festgehalten habt, sucht ihr noch städtische Verwaltungen, kommunale Ansprechpartner für Umwelt- und Klimaschutz und Gebäudeverwalter, die mit euch zusammenarbeiten wollen. Interessenten dürfen sich also gerne bei euch melden!