Startup der Woche 22

Gridhound bietet Automatisierungssoftware für die Einbindung regenerativer Energien.

Gridhound ist das Startup der Woche 22! Gridhound bietet Automatisierungssoftware für die Einbindung regenerativer Energien.

Der Anteil erneuerbarer Energien ist in den letzten Jahren stark gestiegen und bietet damit eine Herausforderung für Verteilnetzbetreiber. Gridhound unterstützt Verteilnetzbetreiber bei der Einbindung von erneuerbaren Anlagen.

Geschäftsführer Artur Löwen hat uns im Interview mehr zu Gridhound erklärt. Artur, klasse, dass Du die Zeit gefunden hast! Beschreibe uns doch mal in einem Satz, was Gridhound macht.
Mit dem machine-learning Ansatz zum Monitoring und zur Abschätzung des Status des Mittel- und Niederspannungsnetzes in Echtzeit treibt Gridhound die Energiewende aktiv voran und ermöglicht es Verteilnetzbetreibern Probleme proaktiv zu vermeiden und den Netzbetrieb zu optimieren.
Wie würde denn so ein Monitoring für mich als Verteilnetzbetreiber funktionieren?
Zunächst bieten wir Verteilnetzbetreibern die Möglichkeit, über eine Sensitivitätsanalyse (SeAn) die optimalen Punkte zum Einbau von Messtechnik im Feld zu bestimmen. Darauf aufbauend liefern wir eine Netzzustandsabschätzung und ein Echtzeit-Monitoring der Mittel- und Niederspannungsnetze - MoSES (Monitoring, State Estimation and Services). Die Software ist modern, flexibel und modular aufgebaut und basiert auf einem maschinellen Lernverfahren. Bei Bedarf unterstützen wir den Kunden mit Beratung und als Distributor für Hard- und Software. Aktuell entwickeln wir eine Vorhersage des Netzzustands (z.B. vor einem Schaltvorgang) und arbeiten an selbstheilenden Netzkonzepten (Fehlerlokalisierung, -Isolierung und Wiederherstellung der Versorgung (FLISR)).
Unternehmensvideo

Gridhound Monitoring Unit

Klingt nach einer höchst komplexen Software! Was ist euer USP und wie grenzt Ihr euch von Mitbewerbern ab?
Der zum Patent angemeldete Ansatz für die Überwachung basiert auf künstlichen, neuronalen Netzen, die mit wenigen Messungen und geringer Rechenleistung sehr gute Abschätzungen zum Spannungsprofil der Netzknoten ermöglichen. Der Cloud-kompatible Ansatz ermöglicht eine grenzenlose Skalierung bei dem Bedarf an Rechen- und Speicherkapazität. Die Lösung wird als SaaS (Software as a Service) angeboten und leistungsbezogen abgerechnet. Die Sicherheit wird bei unserem Security by Design-Entwicklungsansatz groß geschrieben und von Anfang an besonders berücksichtigt.
Kannst Du uns etwas mehr zu Eurem Geschäftsmodell verraten?
Pilotprojeke zur Bestimmung der optimalen Messpunkte im Feld (SeAn - Sensitivitätsanalyse), sowie Analysen kleinerer Netzgebiete werden projektorientiert angeboten. MoSES (Monitoring, State Estimation und Services) wird als SaaS (Software as a Service) angeboten und kann bei Bedarf leistungsbezogen abgerechnet werden. Die SaaS wird sowohl einzeln als auch zusammen mit der notwendigen Messtechnik angeboten. Zudem bieten wir individuell auf den Kunden zugeschnittene Anpassungen, sowie Technologietransferprojekte, weitere Beratung und Digitalisierung.
Klingt spannend. SaaS ist ja gerade in vielen Bereichen auf dem Vormarsch. Welchen Markt adressiert ihr?
Unser Produkt spricht alle Verteilnetzbetreiber an, vor allem aber die, welche sich regelmäßig mit der Herausforderung konfrontiert sehen, entweder die Energie aus EEG-Anlagen in das Netz einzuspeisen und weiterzuleiten oder der steigende Nachfrage z.B. durch E-Mobility gerecht zu werden. In Europa gibt es etwa 2500 Verteilnetzbetreiber, über 800 davon in Deutschland. Die jährliche Entschädigungszahlung für Ausfallarbeit von den Verteilnetzbetreibern an die Betreiber von EEG-Anlagen in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich auf mittlerweile knapp 300 Millionen Euro gestiegen. Diese Kosten können mit einem dynamischen Einspeisemanagement drastisch reduziert werden.
In welcher Phase befindet ihr euch?
Wir sind Teil dreier EU Horizon2020 Projekte, die alle das Zeil verfolgen, die Verteilnetzbetreiber bei der Bewältigung der Energiewende zu unterstützen. Erste Ergebnisse aus unserem Offline-Feldtest letztes Jahr bei einem großen deutschen Verteilnetzbetreiber liegen vor und sind sehr vielversprechend. Die Software wird im Laufe des Jahres in weiteren internationalen Feldtests eingesetzt und dauerhaft evaluiert.

Artur, vielen Dank für die spannenden Einblicke. Wie ihr auch als Energieloft Call eingestellt habt, seid ihr noch auf der Suche nach Investoren, Entwicklungs-, sowie Vertriebspartnerschaften um die Entwicklung eures Produkts weiter voranzutreiben. Wir wünschen euch dabei viel Erfolg und ermutigen hiermit Interessenten, sich gerne bei euch zu melden.