Startup der Woche 24

Energierückgewinnung aus Wasserrohrsystemen.

Pydro ist das Startup der Woche 24: Energierückgewinnung aus Wasserrohrsystemen.

In Deutschland haben wir das Privileg, direkt und einfach über den Wasserhahn an frisches Trinkwasser zu kommen. Was jedoch weniger präsent ist: für den Transport dieses Wassers durch die unterirdischen Rohre wird sehr viel Energie aufgewendet. Zudem versickern durch feine Risse in den Rohren weltweit ca. 30% des Wassers einfach im Boden. Unser Startup der Woche, Pydro, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Wassertransport intelligenter und nachhaltiger zu gestalten und zusätzlich der Wasserverschwendung entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck hat Pydro eine plug- and- play Turbine entwickelt, die uns im Interview von Michael vorgestellt wird.

Hallo Michael! Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst! Wir starten auch direkt mit der ersten Frage: Wie stellst du Pydro in einem Satz vor?
Kurz gesagt: Wir entwickeln Trinkwasserturbinen als autarke Energielösungen für Sensorik, um eine effiziente Wasserversorgung zu gewährleisten.
Das klingt sehr spannend! Könntest du uns den Aspekt der effizienten Wasserversorgung etwas genauer erläutern?
Gerne! 80% unserer Wasserversorgung hat keinen Zugang zu ausreichender Energie, um intelligente Sensorik oder Ventile zu installieren, die notwendig wären um Wasser energie- und ressourceneffizient zu transportieren. Genau dafür entwickelt Pydro integrierte Turbinen, die durch den Fluss und Druck in unserem Trinkwassersystem autark Energie erzeugen. So eine Turbine besteht grob gesagt aus Schaufelblättern, die Wasser hindurchlassen, sich dabei drehen und Strom erzeugen. Die Turbine kann aber auch ganz geschlossen werden und wirkt somit druckregulierend. Damit löst sie das Problem der feinen Risse in den Leitungen und verhindert so die Wasserverschwendung.
Wie hebt ihr euch mit eurer Technologie denn langfristig von Unternehmen, die sich auch mit Smart Water Networks beschäftigen, ab?
Wir stellen eine zentrale Energielösung, die stark genug ist um mehrere Sensoren und Ventile anzutreiben und um in Echtzeit Daten zu erfassen und zu senden. Darüber hinaus haben wir Sensorik in unsere Turbine integriert, bilden also eine kompakte Einheit aus Datenerfassung mit Hilfe von Sensorik, Datenübermittlung, sowie autarker Energieversorgung über die Turbine.
Verstehe! Einen Bereich eures Geschäftsmodells bilden dann sicherlich ganz zeitgemäß die Einkünfte aus den generierten Daten, oder?
Richtig. Wir verdienen zum Einen Geld über den Verkauf unserer Hardware und unserer integrierten Lösungen. Darüber hinaus wollen wir aber auch monatliche Einkünfte durch die Erfassung und das Senden der Daten generieren.
Und welchen Markt adressiert ihr mit euren Produkten?
Wir sehen unseren Markt bei Wasserversorgern weltweit, da die Wasserversorgung global (bis auf sehr wenige Ausnahmen) noch einen sehr großen Nachhol- und Digitalisierungsbedarf hat. Selbst in vielen europäischen Ländern haben wir Wasserverluste zwischen 20 und 35%.
Alles klar! Dann komme ich auch schon zu meiner letzten Frage: Wo steht ihr gerade bei der Entwicklung eurer Technologie?
Wir haben vor einigen Wochen unseren zweiten Prototypen fertig gestellt und möchten bis Ende des Jahres Testinstallationen bei Wasserversorgern vornehmen, um unsere Technologie unter realen Bedingungen zu testen.

Michael, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch bei den Tests und natürlich auch bem Markteinstieg viel Erfolg! Wie ihr auch als Energieloft Call festgehalten habt, sucht ihr noch Kooperationspartner und Investoren für die weitere Realisierung eurer Produkte. Interessenten dürfen sich also gerne bei euch melden!