Startup der Woche 27

Energie aus Meereswellen.

SINN Power ist das Startup der Woche 27: Energie aus Meereswellen.

Erneuerbare Energien sind in aller Munde, sei es in der Politik, in der Energiebranche oder auch beim Endverbraucher. Besonders präsent und bei den Debatten immer wiederkehrend sind Technologien wie Photovoltaik- oder Windkraftanlagen. Weniger ins Bewusstsein gerückt sind bis jetzt jedoch die Technologien, die die Kraft des Meeres als Energiequelle nutzen. Unser Startup der Woche, SINN Power, möchte deswegen mit seinem Wellenkraftwerk neue Wege gehen und eine Technologie entwickeln, die sowohl sauber, als auch effizient ist. Wie das funktioniert, erklärt uns Carla im Interview.

Hi Carla, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Wir freuen uns auf das Interview mit dir und starten auch direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du SINN Power in einem Satz beschreiben?
SINN Power entwickelt ein Wellenkraftwerk, das Menschen an allen Küsten der Welt günstig, zuverlässig und einfach mit erneuerbarem Strom versorgt.
Ein nobles Vorhaben! Wie funktioniert das in der Praxis?
Das Prinzip des Wellenkraftwerks ist einfach: Die Auf-und-Ab-Bewegungen der Wellen heben die Schwimmkörper der einzelnen Module. Diese setzen eine Hubstange in Bewegung, die durch einen Generator läuft. Dabei wird Strom erzeugt. Unser System kann modular an das lokale Wellenklima und den Kundenbedarf angepasst werden. Unser Ziel ist es, die kostengünstigste Hybrid-Energielösung für unsere Kunden zu finden.
Unternehmensvideo

SINN Power | Electricity from ocean waves

Verstehe! Wellenkraftwerke sind am Markt zwar weniger präsent als beispielsweise PV-Anlagen, jedoch gibt es bereits einige Unternehmen, die an der Technologie forschen oder sie herstellen. Wo seht ihr euer USP um mit diesen Wettbewerbern zu konkurrieren?
SINN Power setzt auf niedrige Herstellungskosten durch massenproduzierbare Standard-komponenten. Alle Teile sind für den Transport in ISO-Containern optimiert und erreichen daher auch entlegene Küsten problemlos. Aufbau und Wartung sind so einfach gehalten, dass das Wellenkraftwerk überall eingesetzt werden kann.
Alles klar! Habt ihr auch schon Pilotprojekte gestartet? Besonders interessieren würde mich in diesem Kontext das Geschäftsmodell.
Ja, sind sie. In ersten Pilotprojekten demonstriert SINN Power als Projektentwickler die Funktionalität und Wirtschaftlichkeit des Wellenkraftwerks. Ab 2021 vertreibt SINN Power die Technologie über Vertragspartner an Endkunden an entlegenen Küsten überall auf der Welt.
Du sagtest gerade "Endkunden an entlegenen Küsten". Ist das der Markt, den ihr addressieren wollt?
Genau. SINN Power zielt auf Kunden an entlegenen Küsten ab, die derzeit noch auf Dieselstrom angewiesen sind. Dazu zählen sowohl Hotels und Resorts als auch Industrieanlagen wie Aquakulturen oder Entsalzungsanlagen. Mittelfristig beabsichtigt SINN Power auch Strom in öffentliche Netze in Industrieländern einzuspeisen.
Alles klar! Dann komme ich auch schon zu meiner letzten Frage. Wo steht SINN Power denn momentan in der Realisierung seiner Projekte?
Bereits 2015 installierte SINN Power in Rekordzeit einen Strom liefernden Wellenkraftwerks-Prototypen in Heraklion (Griechenland). Im Sommer 2018 wird dort ein weiteres Forschungsprojekt mit fünf neuen und verbesserten Prototypen realisiert. Des Weiteren steht SINN Power in den Startlöchern für ein erstes gemeinsames kommerzielles Demonstrationsprojekt für Wellenenergie auf den Kap Verden.

Carla, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung eures Startups ganz im Sinne alter Seefahrer immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel! Wie ihr auch als Energieloft Call eingestellt habt, sucht ihr auch noch Entwicklungspartner. Interessenten dürfen sich wie immer gerne bei euch melden!