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energieloft - Innovationsmeldung

Blockchain ist keine disruptive Technologie für Peer-to-Peer Handel von Strom

EWI Energy Research & Scenarios gGmbH

Köln

Unternehmensanschrift:
Vogelsangerstraße 321a
50827 Köln

Meldung vom 07.08.2017 - 07:57

Der Wirbel um Blockchain zeichnete düstere Zukunftsszenarien für Energieversorgungsunternehmen in Deutschland. Die Blockchain-Technologie besitzt jedoch aktuell kein disruptives Potenzial im Peer-to-Peer Handel von Strom zwischen Prosumenten und Konsumenten, so eine neu Untersucheung des Forschungsinstituts ewi Energy Research & Scenarios (ewi ER&S). Laut der Studie stehen Plattformen für Peer-to-Peer Stromhandel (z.B. mittels Blockchain) keinen organisatorischen oder regulatorischen Hürden gegenüber. Allerdings behindern Steuern und Umlagen auf Endverbraucherpreisen die wirtschaftliche Anwendung von Peer-to-Peer Transaktionen. Weitere Kosten für die technologisch bedingte Dezentralität benachteiligen öffentliche Blockchain Plattformen zusätzlich.

Peer-to-Peer Stromhandel ist mit bestehenden Strukturen und Regularien des Stromsystems vereinbar, so die Autoren. Dies gilt insbesondere, solange sich die Nutzung auf Erstanwender beschränkt. Peer-to-Peer Stromhandel zwischen Haushalten verlagert das Erfüllungsrisiko der Transaktionen meist auf die Energieversorger der Haushalte. Die Energieversorgungsunternehmen tragen dadurch zusätzliche Kosten. Energieversorgungsunternehmen können jedoch ihre Verträge mit den Haushalten anpassen und die zusätzlichen Kosten an die Peer-to-Peer Nutzer weitergeben. Das aktuelle System ist jedoch nicht für große Peer-to-Peer Strommengen ausgelegt. Umfassender Einsatz von Peer-to-Peer Stromhandel verlangt nach einer neuen Form des Informationsaustauschs zwischen Netzbetreibern und Peer-to-Peer Nutzern. Diese Begrenzung fiele weg bei Handel von Zertifikate statt elektrische Energie.

Elektrische Energie kann physikalisch beschrieben werden als homogenes Wirtschaftsgut. Zunehmendes Umweltbewusstsein führte dazu, dass elektrische Energie heute auch als heterogenes Wirtschaftsgut verstanden wird (z.B. „grüner, regionaler Strom“). Peer-to-Peer Stromhandel kann solche heterogenen Eigenschaften einbeziehen. Dies legt den individuellen Nutzen und damit auch die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten für solche Eigenschaften offen. Solche Informationen könnten die Finanzierung erneuerbarer Energien effizienter gestalten und Innovationen in der Branche fördern. Energiepolitik, Regulierung und die Struktur des Versorgungssystems sollten also Peer-to-Peer Plattformen ermöglichen und anwenden, um Effizienzpotenziale in Versorgungssystem und Energiepolitik zu heben.

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